Wellenbellen

Wellenbellen

„Frauchen pass‘ auf!“

Dieses Weib! Kaum ist Wasser in der Nähe, wird sie vollkommen unvorsichtig. Manchmal weiß ich wirklich nicht, ob es sie wegen mir oder wegen ihrer eigenen Spaß-an-der-Freude immer wieder in die Nähe des Flusses zieht.

Klar, ich tolle gern im Wasser herum, wälze mich mit Genuss im Sand oder durch hohes Gras hindurch. Wie das immer so nett an der Nase kitzelt …. Tschiiiii!

Aber Frauchen? Sonst wacht sie mit Argusaugen darüber, dass mir ja nichts passieren kann. Inspiziert jede Zehe und jede Kralle einzeln, wenn ich auch nur zu Stolpern wage. Puhlt in meinem Fell herum, ob dort etwas Gefährliches drin hockt. Hier am Wasser hüpft sie selber von Stein zu Stein, als ob sie eine blonde Labradormischung im vorpubertären Stadium wäre. Dabei bemerkt sie nicht einmal, wie sie von kleinen Knopfaugen aus dem hohen Gras beobachtet wird. Natürlich bin ich zur Stelle und halte diese lästigen grauen Viecher mit dem kahlen Schwanz davon ab, meinem Frauchen etwas an zu tun. Wenn sie sich ihr nähern, packe und schüttle ich sie ganz doll.
Bäh! Phhhh! Brrrr! Schmecken tun die nun wirklich nicht, diese Rattenviecher.

Noch gefährlicher ist aber der Fluss selbst. Er bäumt sich manchmal auf, zieht sich zurück und kommt mit Wucht wieder. Dabei  macht er wilde Geräusche, beißt in die Ufer, leckt an der Begrenzung und schaukelt ordentlich. Ich bin mir nicht sicher, ob der Fluss nicht so ’nen Zweibeiner verspeisen könnte. Frauchen ist vollkommen ahnungslos.

Natürlich nehme ich mich dieser Gefahr an. Ich wirble das Ufer entlang, achte darauf, dass Frauchen nicht zu nah ran geht. Belle aus Leibeskräften – obwohl mir diese Lautstärke vollkommen zuwider ist – und mache diesem nassen Ungetüm klar, wer hier der Chef im Ring ist. Mit mir braucht es sich nicht anzulegen! Letzte Mittel der Wahl sind meine Zähne. Er beruhigt sich daraufhin meist sehr schnell.

Ein Schotte weiß, wie er zu handeln hat.

Hach, es ist aber auch ein Spaß!!!

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