Urlaub

Urlaub

„Urlaub“ ist eine höchst suspekte Angelegenheit.
Es beginnt damit, dass Frauchen noch mehr arbeitet, als sonst. Ich komme dabei in der Regel zu kurz.

Nein, dies ist keine subjektive Einschätzung, sondern eine anhand von Tatsachen nachweisbare Feststellung.

Nach ein paar Tagen zieht sie Taschen aus dem Schrank und beginnt, nicht sonderlich gut gelaunt, diese zu befüllen. Einer Weile später stöhnt sie genervt, holt alles, was sie eingepackt hat, wieder heraus, verteilt es, stopft Teile in den Schrank und zieht andere heraus. Dann packt sie die neuen Stapel wieder in die Taschen. In der Zwischenzeit ist sie nicht mehr ansprechbar und bis aufs Äußerste gereizt. Ich verziehe mich in der Regel in mein Körbchen, weil sie dieses Spiel noch ein drittes Mal treibt. Dabei schimpft sie wie ein Rohrspatz.
Nicht mit mir! Mit den Taschen. Ob sie wohl weiß, dass die nix, aber auch gar nix verstehen?

Was trotz ihrer furchtbaren Laune bei diesem Taschenspiel sehr beruhigend ist, meine Tasche steht bereits fertig gepackt am Eingang. Sie hat, trotz des ganzen Gewühles, auch immer eine Streicheleinheit für mich übrig.

Irgendwann ist sie fertig – im wahrsten Sinne des Wortes – und  legt sich schlafen. Steht mitten in der Nacht auf, stopft noch etwas in eine der Taschen und geht wieder zu Bett.

Nächsten Morgen werden dann nacheinander alle Taschen zur Blechkiste geschleppt und darin verstaut. Ich muss dabei höllisch aufpassen, dass Frauchen mich bei den ganzen Sachen nicht vergisst. Also sitze ich zu Beginn oben am Treppenabsatz, später direkt neben dem Auto. Sobald meine Tür aufgeht bin ich drin und lasse mich selbst mit Fressbarem nicht überreden herauszukommen.
Sicher ist sicher!

Sobald die Blechkiste rollt, ist Frauchen die Ruhe selbst.

Wie gesagt, mit „Urlaub“ ist bei Frauchen nicht zu spassen.
Aber mir als Schotte ist ja aus langjähriger Erfahrung bekannt, wie ich sie zu nehmen habe. Auch hier gilt, abwarten und ’nen Napf saufen.

So long, mal sehen, wo die Reise hingeht.

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