Sofakraulen

Sofakraulen

Frauchen schätzt es sehr, wenn ich auf dem Sofa zu ihr rüber robbe, um mich an sie dran zu schnuckeln. Ich ziehe es vor, beim Ruhen meinen Rücken an einen Gegenstand – besser – an Frauchen dicht anzupressen.
Auf dem Sofa ist dieses Vorgehen jedoch Oberklasse.
Frauchen fängt dabei an, mich zu kraulen. Erst auf meiner Schnauze. Dazu strecke ich ihr meinen Kopf entgegen und sie beginnt mich unter dem Kopf zu kratzen und zu streicheln. Man muss, um dem vollkommenen Genuss nahe zu kommen, ganz vorn unter der Schnauze beginnen, mit abgeknickten Fingern. Fingernägel sind dabei von Vorteil. Danach in kurzen festen Kratzbewegungen, die Gurgel bis zur Brust hinunter und wieder hinauf. Dies muss mindestens drei Mal wiederholt werden. Mindestens, besser ist eine höhere Anzahl von Wiederholungen. Dabei beginne ich mich langsam zu entspannen und mich seitlich hinzulegen.
Die Ohren sind das nächste Ziel. Hier ist höchste Konzentration angesagt, denn der Druckpunkt muss genau stimmen. Daumen und Zeigefinger erzielen an dieser Stelle die beste Wirkung. Richtig eingesetzt, entfleucht mit ein kehliges, wohliges Knurren, welches von ganz tief unten aus meinem Bauch heraus kommt. Ich kann es nicht beeinflussen, das kommt einfach. Ohhhh, wenn ich da schon dran denke.

Weiter!

Gleich darauf folgt der Bauch. Hier versprechen kleine, im Uhrzeigersinn kreisende Bewegungen den größten Erfolg. Es ist natürlich nicht mit einem Mal ‚Husch, Husch‘ über den Ranzen getan. Sämtliche Finger haben dabei, mit den Fingerkuppen nicht zu leicht und nicht zu fest, über den Bauch zu steichen. Aufmerksam beobachtet Frauchen ganz genau meine Bewegungen und achtet auf meine Zeichen, damit sie erfährt, wo genau die nächste kreisende Bewegung anzusetzen ist.

Darüber vergesse ich sogar mein Fressen. Fast!

Aber dieses Weib kann kann ja nicht ernst bleiben!! Während ich dort in vollkommener, buddhamäßiger Tiefenentspannung liege und meine Seele sich auf eine meditative Reise begibt, reitet die doch, ehrlich gesagt, der Teufel.
Dann krabbelt sie mit ihren Fingern in Richtung Rücken und fängt an, mich dort zu kneifen.

So ein Luder!

Die weiß genau, dass ich dann anfange, vor Wonne zu quieken. Ich muss meine Zähne auspacken und beginne mich zu winden, um den Übeltäter zu zwicken. Wohlgemerkt, nicht mein Frauchen, sondern die Hand, die mich in so unverschämter Weise aus meinen Träumen herausgeholt hat.
Huhu, das ist ein Kampf!
Frauchen quiekt genauso wie ich.

Hihi. Sehr lustig!

 

No Comments

Post a Comment