Regenfäden

Regenfäden

Frauchen?
Frauchen?!
Allerliebstes Frauchen, hast Du mal nach draußen geschaut? Ich brauche nicht einmal zu gucken, ich kann es sogar hören. Es … gießt … in … Strömen.

Bei diesem Wetter jagt niemand einen Hund vor die Tür!!!
Jawoll, das muss doch mal gesagt werden.
Du kannst gerne alleine gehen. Ich warte hier auf Dich. Macht mir nichts aus. Bestimmt nicht! Ehrlich!

Jetzt sieht sie mich wieder so mitleidig an. Aber sie muss doch der Realität ins Auge schauen: Von oben pladdert Wasser herunter, als ob es kein Morgen geben würde. Klar, ich kann meinen Regenmantel anziehen.
GUTE IDEE!!!!
Das Wasser rauscht in Menge und Wucht auf den Boden, dass es platscht und wieder nach oben spritzt. Meine Beine sind einfach nicht lang genug. Bei dieser Dusche werde ich nass, von oben oder unten, so oder so.

Eigentlich habe ich mein Frauchen gut ausgebildet: Sie weiß, dass sie dunkle Ecken meiden soll und Gebüsch, welches sie nicht einsehen kann. Fremde Hunde nicht anfassen und wenn sie Gummistiefel trägt, hat sie auch kein Problem mit den kleinen grauen Viechern. Ich könnte sie alleine auf die Gasse lassen.
Könnte!
Könnte?
‚Könnte‘ schon, aber ich darf nicht. Als ich bei ihr eingezogen bin, habe ich die Verantwortung für meinen Zweibeiner übernommen. Das heißt, ich darf mein Frauchen wissentlich keiner Gefahr aussetzen, egal, wie nass ich dabei werde. Sie ist meine Schutzbefohlene und ich habe auf sie Acht zu geben.
Also los, lass uns gehen. Bleibt mir einfach nichts anderes übrig …

Eins ist klar, Fressen gibt es heute nur zuzüglich einer Schwimmzulage.

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