Gelb

Gelb

Gelb ist eine grandiose Farbe. So hell, warm und freundlich. Viele Menschen, die diese Farbe tragen, gleichen ihr in ihrer Ausstrahlung. Ich weiß das, habe mit dieser Farbe in den letzten Jahren nur positive Erfahrungen gesammelt.

Wie? Als ich ganz klein war, kam jeden Tag eine gelb gekleidete Dame in unser Büro. Die war super-lustig und hatte immer leckere Sachen dabei. Irgendwann kam sie nicht mehr. Egal wie gut ich mich benommen habe, sie kam einfach nicht mehr, blieb verschwunden.

Später klingelte ab und zu ein gelber Kerl an unserer Tür. Freundlich, aber nicht sonderlich spaßig. Nein, das stimmt nicht ganz! Manchmal trug er kurze Beinkleider. Wenn ich dann an ihm hoch hüpfte, fing er an zu tanzen und quiekte. Hihi! Ein tolles Spiel. Aber Frauchen kann so ein Spielverderber sein! Es kommt ein langweiliges: „Schluss! Sitz!“, und schon hörte der Zweibeiner auf zu tanzen.

Was kann ich denn dafür, dass seine felllosen Beine so empfindlich sind?

Nicht alle Gelben sind gelb angezogen. Manche tragen auch blau oder braun. Aber sie sind alle gleich: hüpfen die Treppe rauf, über mich drüber, geben einen Karton ab, oder zwei und verschwinden schnell wieder. Nein, diese Gelben haben nicht die gleiche Klasse wie die erste Dame.

Jedes Mal, wenn wir unterwegs sind und ich die gelben Zweibeiner sehe, muss ich gleich prüfen, ob es sich um diese super-nette Spezies handelt. Die meisten von ihnen sind wirklich toll, ganz lieb … aber sie reichen nicht an das lustige, lachende gelbe Weibchen heran.

Nur zur Erinnerung: ich bin ein stures schottisches Mädchen. Wir Scotties geben nie auf, niemals, wenn wir uns etwas in den Kopf gesetzt haben.

Also habe ich sie gefunden!

Irgendwann am Markttag stieg mir durch die gesammelten Düfte dieses magischen Ortes, zwischen Hühnchen, Ente, Lamm, Mohrrübe, Leberwurst und irgend so einem komischen Grünfutter, ein ganz spezifischer Geruch in die Nase. Er kitzelte und krabbelte meine Sensoren entlang. Ich erkannte ihn sofort! Entgegen meiner sonstigen Angewohnheit zog ich mein Frauchen quer über den Markt, bis sie die Leine losließ.

Yiippiihh! Da war sie! Lachte und freute sich, hüpfte und zog sofort die klappernde Dose mit den ganz guten Sachen heraus.

In der Zwischenzeit kenne ich ihre neue Route.

Und ich habe einen Spitzenplatz gefunden, um auf sie zu warten.

Über den erzähle ich demnächst etwas mehr. Vielleicht. Alle Geheimnisse darf man nämlich nicht verraten.