Schottisches Kosenamen-Inferno

Nun, eigentlich ist Frauchen ein sehr umgänglicher, pragmatischer Typ. Nicht so eine Spasskanone wie Tante Karin oder Tante Gabi oder meine Freundin Laura, aber wir kommen doch sehr gut miteinander aus. Klar gibt es hin und wieder Meinungsverschiedenheiten bei denen wir testen müssen, wer die dickere Rübe auf dem Hals trägt. Ich muss schon zugeben, Frauchen ist diesbezüglich eine harte Nuss: nordfriesischer Dickschädel versus schottischem Sturkopf. Die Bilanz dürfte ziemlich ausgeglichen sein.
Wir nehmen es beide sportlich.

Aber … ja, es gibt ein dickes, fettes ABER …

Frauchen kann es einfach nicht lassen – obwohl sie sich sonst einer verständlichen Sprache mir gegenüber bedient – mich mit allerlei infernalischen Kosenamen zu bewerfen. Keine Ahnung, was das soll.

Schottisches Mädchen“ lasse ich mir noch gefallen, „Lockenlulu“ ist eher grenzwertig. „Schnubbeltier“ und „Mickey Maus“ gehen überhaupt nicht. Zu Letzterem verweise ich nur auf „Mausegraus“.

Okay, bei „Frollein“ mit nem dicken Ausrufungszeichen, weiß ich was die Stunde geschlagen hat, aber was soll „Schnupf“ bedeuten?

Nun, manche Eigenheiten muss ich ihr wohl lassen, mögen muss ich sie jedoch nicht – es gibt Schlimmeres … hihi.

In diesem Sinne, bis bald.

Bizarre Winterrätsel

Wenn alles so weiß ist, ist die Temperatur entweder sehr angenehm oder affig kalt. Beides eher erquickliche Umstände um einen kleinen Spaziergang zu unternehmen und die Umgebung mit anderen Augen zu betrachten.

Hol' mal den Antirutsch-Untersetzer ...
Hol‘ mal den Antirutsch-Untersetzer …

Die Enten haben nichts zum schwimmen. Sie schliddern auf dem festen Wasser herum … Apropos, wo soll ich mir denn nun meinen kleinen Schluck zwischendurch genehmigen?

Heh, das ist ja fest!
Heh, das ist ja fest!

Hm, da werde ich schon ein Plätzchen finden.

Ob das hält, wenn ich drauf geh'?
Ob das hält, wenn ich drauf geh‘?

Hier mal nicht.

Spitzbergen am Neckar
Spitzbergen am Neckar

Da auch nicht.

Ich find' schon was ...
Ich find‘ schon was …

Oh hund, manchmal – aber nur sehr selten! – stehe ich wirklich auf der langen Leitung. Ich brauche nichts zu trinken, ich muss doch bloß meine Schnauze in den kalten Schnee tauchen und schmatzen. Der wird sofort flüssig, wie Wasser. So praktisch!

Na klar! Frauchen muss mal wieder mäkeln. Aber sie ist weit genug weg und bei diesem Untergrund sind ihre langen Eierbeine nur von Nachteil … hihi …Yam …

Mausegraus

Huuiiiiiiiii!
Guckguckguckguckguck, Frauchen!!!!
Alles weiß …. Yipppiiieeeehhhhhhh!

Wonach riecht das denn hier?
Wonach riecht das denn hier?

Hach, ist das ein Spaß, warum machen die das so selten? Hmyam, lecker. Das weiße Zeugs schmeckt frisch. Keine Ahnung, warum Frauchen immer meint ich soll das nicht fressen …

Diese listigen Biester ...
Diese listigen Biester …

Huch!? Was war das?
Da, schon wieder … So ein freches Biest, direkt unter meinen Füßen durch …

Wo isse denn?
Wo isse denn?

Diese Minimäuse meinen wohl, nur weil sie unter dem Schnee drunter hindurch laufen können, dass ich sie nicht sehe, höre oder rieche … Ha, von wegen!
Jetzt! Jetzt hab … Mist, wieder im Schnee abgetaucht … was du kannst, kann ich schon lange, wozu habe ich so eine lange Schnauze …
Nun aber!
Autsch!

Schottenschlau ...
Schottenschlau …

Wie bitte? Ich sehe so bedeppert aus wie Tom von „Tom und Jerry“, wenn er die Maus nicht fangen kann? Ooaahhhh, Frauchen traut sich was, aber ich werde sie ignorieren, ignorieren, ignorie ….
Geht nicht!
Diese Frechheit bedarf einer passenden Antwort:
Erstens: Schotten sind zu schlau oder auch zu gewitzt, um bedeppert zu sein.
Zweitens: Tom ist ein Kater. Schotten, insbesondere Terrier dieser außergewöhnlichen Spezies, haben diese Mieze zum FRESSEN gern.
Drittens: Natürlich ist mir klar, dass meine Schnauze nicht unbedingt in ein Mausloch passt, schon gar nicht in ein gefrorenes. Aber eines ist noch klarer: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Und Viertens: Morgen steht Frauchen eine Stunde früher auf, sie weiß es nur noch nicht. Hihi! Uppsss, da ist dieses Biest schon wieder. Ich muss weiter ….

Tschüsssssss
Tschüsssssss

Nachtrag: Barbie-Manie

Ich mache mir ernsthaft Sorgen um Frauchens geistige Gesundheit. Jetzt zieht sie den Pflanzen im Garten schon Mäntel an …
Tsssseeeee…..

Barbie-Manie

Echt jetzt?
Frauchen, das ist nicht Dein Ernst!!!
Nur zu Deiner Erinnerung: Ich heiße – hör‘ gut zu – Emiglia Pippilotta Pfefferminzia Victualia Dracula von Frier … Klingelt es bei Dir? Groß genug ist Dein Kopf schließlich. Er sitzt nicht nur deshalb dort, wo er sitzt, um zu zeigen, dass dort OBEN ist. Dein Rudel, die Kleineren – Du nennst sie Nichte und Neffe – haben mich damals so getauft. Gern darf auch ein Principessa vorweg genannt werden.
Ich steh‘ auf den Klang dieses Wortes.

Nichts an meinem Namen, nicht eine Silbe davon, klingt nach Barbie“!

Wozu dann dieser Überzieher? Mantel? Zeugs?
Ja, natürlich ist es kalt. Kälter als sonst.
Wie ich meine das nur? Wir wissen beide, dass ich für die natürlichen Gegebenheiten einen besseren Riecher habe als Du. Sonst verlässt Du Dich auch immer darauf.

Das Ding ist doch voll peinlich.

Huch?

Wie?

Ihr Zweibeiner seid schon eine komische Spezies. Egal wer mir hier auf dem Markt begegnet, gibt einen Schrei der Begeisterung von sich.
Natürlich sehe ich gut aus. Dazu braucht es jedoch keinen MANTEL!!!

Herrjee, manchmal kommt mein Frauchen auf wirklich abgedrehte Ideen. Gut, tue ich ihr den Gefallen, auf dem Markt ziehe ich das Ding an, aber wenn wir unterwegs sind …

Obwohl, eines muss ich wohl zugeben, kuschelig ist es schon. Und es passt zu meinem Stil. Aber wehe, ihr erzählt ihr das.

Frauchen PS: Durch die Tabletten, die Miele seit langem nehmen muss, wächst ihre Unterwolle nicht mehr. Daher war es angebracht, den Weihnachtsmann um einen Mantel zu bitten.

Mopsgesichtiges Klaumonster

Hey! Was ist denn hier los? Irgendetwas ist eigenartig. Die brauchen mich doch nicht für dumm zu verkaufen.
Heute ist Markttag. Aber Frauchen packt ihren rollenden Korb nicht aus. Der, der so hoch ist, dass ich ihn nur inspizieren kann, wenn ich mich auf die Hinterfüße stelle.
Halsband habe ich um, Leine liegt bereit. Kein Kommentar zum Nutzen!
Tante Karin steht an der Tür. Also gut. Geht Frauchen halt ohne Korb.
Ich laufe schon mal vor.

Heh Tantchen? Wo ist denn Frauchen?

Von wegen, die kommt nach. Warum meint eigentlich jeder, einen kleinen Vierbeiner nicht für voll nehmen zu müssen. Wir gehen immer zusammen los, wenn wir gemeinsam auf den Markt gehen. Immer!

Also gut. Frauchen ist groß genug, um mal kurz ohne mich klar zu kommen. Aber nur kurz. Oder sollte ich besser nach ihr sehen?

Yeahhh, eine Marktmohrrübe.
Vielleicht eine klitzekleine Runde, mit all den notwendigen Leckereien, keine Umwege und dann gleich wieder gucken, wo das Weib steckt. Zur Zeit macht sie ständig Schwierigkeiten.

Hmm, wonach riecht es denn hier? Und da?
Jaha, ich komm schon. Immer diese Hetze.

Nee Tantchen, Frauchen ist noch nicht zu Hause. Du brauchst die Tür nicht aufmachen, ich weiß das auch so.
Woher? Wozu habe ich wohl einen Rüssel im Gesicht? Um ihn zu benutzen! Im Gegensatz zu eurem Zinken ist er schön und funktionsfähig.

Geh‘ ich halt rauf zu meiner Tante.
Hm, supi. Die hat gestern gekocht und noch nicht geputzt. Yam, lecker. Während ich die Küche und den Rest der Wohnung im Detail checke, lasse ich meine Tante nicht aus den Augen. Sie arbeitet anders als Frauchen. Mit anderen Körben.
Hmhm. Das sieht gut aus. Sie putzt und räumt, stellt die Einkäufe … Jaaaaa, genau die richtige Höhe. Guckt sie? Nein.

Vorsichtig. Genau.

Uuppss, still halten …

Nun aber raus hier!

Ab auf meinen dicken Teppich.
Ha! So etwas nennt hund Erfolg auf ganzer Linie.

„Du Mopsgesicht! Du kleines Klaumonster!“

Ja! Das ist meine Bestätigung. Bei solch einem Tonfall habe ich alles richtig gemacht. Es war schließlich die größte Mohrrübe im Korb.

Merke: Wer zu spät kommt, hat eine Rübe weniger. Hihi!

Felllosen-Psychosen

Kaum steht die Sonne tiefer, sacken die Temperaturen auf gemütlichere kühle Kuschelgrade herab, haben meine felllosen Ladies ein Problem: Während ich für meinen Spaziergang lediglich dieses leidige Halsband anlegen muss, sucht Frauchen nach passenden Schuhen, ner Jacke, die für das Wetter angemessen ist und ihrem Hut. Dabei hüpft sie immer wieder auf den Balkon und schnüffelt in der Luft. Wozu, erschließt sich mir nicht wirklich. Ihr Riechorgan ist so minimal ausgeprägt …
Bis wir endlich loskommen, vergeht wertvolle Gassizeit.
Heute kommt Tante Karin mit. Sehr gut.
Egal wie ausführlich die beiden über ihre Kleidung zu diesem Wetter nachgedacht haben, sie passt nie wirklich. Während mein Fell mich immer korrekt temperiert, mummeln sich die beiden im Schatten tief in ihre Jacken ein.
Als wir den Weinberg hinaufwackeln, machen die beiden alles auf. Lustig. Nachher ist wieder alles zu. Ganz schön anstrengend.

Da geht's rauf, Mädels ...
Da geht’s rauf, Mädels …

Aber jetzt muss ich mich konzentrieren. Die Gerüche sind zu dieser Jahreszeit ganz anders als im Frühjahr. Meine Mädels auch. Wenn die Sonne Anfang des Jahres wieder herauskommt, begrüßen sie euphorisch jedes einzelne Blümchen. Außerdem riecht es im Frühling durchdringend nach Wurst (Der Duft des Fühlings).

Jetzt haben die Zweibeiner andere Prioritäten hier draußen: sammeln begeistert nicht Essbares vom Boden auf, begeistern sich für die Farben der Blätter … Phh!
Wichtig sind die überlebensnotwendigen Dinge des Lebens, trotz Konservendosen.

Herbsttrauben
Herbsttrauben

Mir dringt gerade der ureigene Geruch dieser Gegend in meine Nase. Es riecht nach matschiger Traube, angegammeltem Brötchen, vertrockneter Wurst … Ahhh, hier ist ne Igelspur, … Hmmm, Marder? … Ja, ja der, der ist gut … Das ist nen ….

„Miele!!!!!!!“

Was denn?! … Hase! Yipppiieeehhh … Mittagessen ….

„Miele!!!!!“

Ihr stört Mädels! Och man, jetzt isser weg. Aber die Spur, die … Jajajajaja, hier iss se,…

„Miele!!!!!!!“

Jaha, ich hab euch gehört. Sind das ewige Spielverderber! Wozu sind wir denn hier? Es wird Winter, wir müssen uns nen Vorrat zulegen.
Ihr trottelt doch auch nicht nur hier entlang, um zu gucken. Jetzt ziehen die schon wieder ihre Jacken zu.
Ist ja schon gut, ich komm‘ schon.

Bunter Weinberg
Bunter Weinberg

Hihi, die merken gar nicht, dass sie einer viel spannenderen Spur folgen: Reh haben wir schon lange nicht gehabt.

Los, Mädels, mir nach. Auf dass es euch wieder warm wird …