Pfingstchillen

Frauchen hat gesagt, ich soll die Enten in Ruhe lassen. Die Nilgänse auch.
Na gut, aber nur weil heute Sonntag ist und Pfingsten.
Enten sind nämlich ziemlich frech und müssen in ihre Schranken gewiesen werden.

Wie? Die sind scheu.
Von wegen! Die sind so frech, dass mich eine schon mal in den Poppes gebissen hat. Jawoll! Und nicht nur einmal.
Nein, ich schäme mich nicht, dass zuzugeben. Ich war schließlich noch jung und unerfahren.

Frauchen und ich sind unten am Neckar gelaufen. Auf einmal schießt so ’ne Ente an mir vorbei, quakt was das Zeug hält und schlägt wild mit den Flügeln. Ja, was denkt die denn? Das ich mir das bieten lasse? Nee, bestimmt nicht. Ich bin hinter der her, wie ne Furie. Habe sie ordentlich verbellt. Sie hat mich angequakt, regelrecht gefaucht! Durch den Krach kam von ganz weit weg Frauchens Stimme zu mir durch. Irgendwann konnte ich die nicht überhören, also habe ich mich nach einem letzten beeindruckenden Kläffer umgedreht und wollte zu meinem Frauchen laufen. Bestimmt!

Da zwickt mich etwas in meinen Poppes. Und wie! Das konnte ich mir nicht bieten lassen. Also bin ich wieder ins Wasser auf den Stein und habe dieses zickige, flügelschlagende Weib ordentlich verbellt. Die wollte mich sogar in meine Nase beißen. Hah! Da hätte ich sie aber gepackt. Danach wollte ich wieder zu Frauchen. Versenkt dieses hinterlistige Entenweib doch wieder ihren bissigen Schnabel in meinen Allerwertesten! Ehrlich, ich habe ihr nochmals ordentlich die Meinung gegeigt und bin dann zu Frauchen.

Okay, im Umdrehen habe ich dann gesehen, warum die so aggro drauf war: Da schwammen nen Haufen kleine Minienten um sie herum. Die wollte wohl nicht, dass ich an denen schnuffel. Ich hätte wirklich nur geschuffelt. Die waren doch viel zu klein. Ehrlich!

Wellenbellen

„Frauchen pass‘ auf!“

Dieses Weib! Kaum ist Wasser in der Nähe, wird sie vollkommen unvorsichtig. Manchmal weiß ich wirklich nicht, ob es sie wegen mir oder wegen ihrer eigenen Spaß-an-der-Freude immer wieder in die Nähe des Flusses zieht.

Klar, ich tolle gern im Wasser herum, wälze mich mit Genuss im Sand oder durch hohes Gras hindurch. Wie das immer so nett an der Nase kitzelt …. Tschiiiii!

Aber Frauchen? Sonst wacht sie mit Argusaugen darüber, dass mir ja nichts passieren kann. Inspiziert jede Zehe und jede Kralle einzeln, wenn ich auch nur zu Stolpern wage. Puhlt in meinem Fell herum, ob dort etwas Gefährliches drin hockt. Hier am Wasser hüpft sie selber von Stein zu Stein, als ob sie eine blonde Labradormischung im vorpubertären Stadium wäre. Dabei bemerkt sie nicht einmal, wie sie von kleinen Knopfaugen aus dem hohen Gras beobachtet wird. Natürlich bin ich zur Stelle und halte diese lästigen grauen Viecher mit dem kahlen Schwanz davon ab, meinem Frauchen etwas an zu tun. Wenn sie sich ihr nähern, packe und schüttle ich sie ganz doll.
Bäh! Phhhh! Brrrr! Schmecken tun die nun wirklich nicht, diese Rattenviecher.

Noch gefährlicher ist aber der Fluss selbst. Er bäumt sich manchmal auf, zieht sich zurück und kommt mit Wucht wieder. Dabei  macht er wilde Geräusche, beißt in die Ufer, leckt an der Begrenzung und schaukelt ordentlich. Ich bin mir nicht sicher, ob der Fluss nicht so ’nen Zweibeiner verspeisen könnte. Frauchen ist vollkommen ahnungslos.

Natürlich nehme ich mich dieser Gefahr an. Ich wirble das Ufer entlang, achte darauf, dass Frauchen nicht zu nah ran geht. Belle aus Leibeskräften – obwohl mir diese Lautstärke vollkommen zuwider ist – und mache diesem nassen Ungetüm klar, wer hier der Chef im Ring ist. Mit mir braucht es sich nicht anzulegen! Letzte Mittel der Wahl sind meine Zähne. Er beruhigt sich daraufhin meist sehr schnell.

Ein Schotte weiß, wie er zu handeln hat.

Hach, es ist aber auch ein Spaß!!!

Königsbauer

„Prost Mahlzeit!!!“
Warum müssen mir immer alle Anwesenden dies mittags im Chor entgegenrufen? Mit diesem vorwurfsvollen Unterton?
Selbst Goethe – irgend so ein schlauer Typ – sagt: „Warum rülpset und furzet ihr nicht, hat es euch nicht geschmecket?“ Eigenartige Ausdrucksweise, Frauchen redet anders, aber Recht hat er!

Woher ich den Typen kenne? Nicht persönlich. Frauchen steckt ihre Nase doch immer in diese dicken Wälzer und ich pass‘ auf, was sie erzählt. Habe ausreichend Zeit zuzuhören, wenn sie nicht mit mir Gassi geht. Was soll ich denn sonst tun? Nee, nee, immer die Spitz- oder auch Schlappohren aufstellen, dann bekommt hund eine ganze Menge mit. Mehr als Frauchen und Herrchen lieb sein sollte. Hihi!!!

Zumal unsere Physionomie ganz anders aufgebaut ist, als bei den Zweibeinern. Bei denen rutscht das Futter von oben nach unten und die Luft flutscht dran vorbei. Und bei uns Vierbeinern? Da ist alles auf einer Ebene, Luft und Fressen muss sich einen Raum teilen. Wenn’s gut schmeckt, verschwindet der Inhalt des Napfes etwas schneller, die Luft komprimiert in dem sich nicht ausweitenden Raum und muss schlussendlich irgendwo raus. Reine Physik. Am besten mit Ton nach vorn.

„Das ist kein Königsbäuerchen, sondern ’nen Bauer!“ Frauchen muss wirklich überall ihren Senf dazugeben.

König? Wenn, dann Königin, meine Liebe!
Aber der Job ist mir zu anstrengend. Ich bin lieber Prinzessin. Keine Verantwortung. Mit ganz vielen Halsbändern, auch in Pink und mit Glitzer. Mit ’nem persönlichen Bauchkrauler, Bürsten und Waschen sind verboten. Der eigene Dosenöffner, … hach, wär das toll.

Andrerseits, bis auf das Bürsten und Waschen …

Nen, schönen Tag noch, eure Principessa Emiglia Pippilotta

 

Komm‘ schon, lass uns tanzen üben …

Format Galerie

Du von hüben, ich von drüben …

Sind wir hier ganz allein?
Sind wir hier ganz allein?
Was soll'n wir denn tun?
Was soll’n wir denn tun?
Guck, guck, guck, da sind doch welche ...
Guck, guck, guck, da sind doch welche …
Was 'nen Hübscher
Uhhiii, was ’nen Hübscher…
Der oder keiner!
Der oder keiner!
Was'n knackiger Pürzel ...
Hat der aber mal ’nen knackigen Bürzel …
Da könnt' ich doch glatt schwach werden
Da könnt‘ ich doch glatt schwach werden…
Willste tanzen?
Willste tanzen?
Gar nicht ...
Du gehst hüben, ich geh‘ drüben …
Hach, war das erfrischend!!
Hach, war das erfrischend!!

 

PS: Bei der schwarzen und der braunen Ente handelt es sich vermutlich um eine Kreuzung aus indischer Laufente mit einer Stockente.

Taktik

Das gibt es doch nicht! Da hüpft ein anderer Kollege an meiner Tante beim Tierarzt hoch und freut sich nen Ast ab. Ok, das muss ich mir mal ein wenig genauer angucken.

Hmhm, der hüpft und wuselt um die Tante am Empfang herum. Die, die weiß, wo die Leckerlies versteckt sind und mein Futter. Die, die sich auch mal hinter dem großen Schrank versteckt, aber ich weiß ja, wo sie sitzt. Vor mir versteckt sich niemand! Die anderen beiden Tanten beim Eingang, die kennen sich auch mit den Leckerlies aus.

Aber das Gehüpfe … sehr suspekt. Bei den ganzen vierbeinigen Gestalten, die hier ein und ausgehen habe ich diese Freude bei noch keinem feststellen können. Die wollen alle nur raus hier. Die Kollegen wissen einfach nicht, wo die guten Dinge versteckt sind.

Aber der braune, wuselige Hüpfer mit dem Trichter auf dem Kopf – der meint wohl er bekommt deshalb mehr Futter – der weiß scheinbar, wie hier der Hase läuft.

Ach, jetzt hat sie es bemerkt, wie ich dieses Schauspiel beobachte.
Ich sei zu ruhig, meint meine Leckerlie-Tante.
Nee, nee, ich weiß, wann meine Zeit gekommen ist. Und zwar … genau jetzt! Jetzt ist die Hupfdohle rausgepest und ich bin dran.
Hihi, jetzt hüpfe ich.
Nachdem ich die erste Portion abgegriffen habe, ist die Tante hinter der Theke dran. Man muss schon schotten-clever sein, um ausreichend Futter abzugreifen.

Wie heißt es so schön: In der Ruhe liegt die Kraft.

 

Der Duft des Frühlings

Frauchen sucht zurzeit immer wieder nach den bunten Blümchen. Wozu? Egal wo wir gehen, krabbelt sie im Gebüsch herum. Sie freut sich dann ganz doll. Wenn sie sich freut, freue ich mich natürlich auch, vor allem, wenn sie nicht merkt, dass ich so nebenbei ein Stückchen Brezel gefunden habe. Kleine Wegzehrung, muss einfach sein.

Bist Du bald fertig? Mir ist langweilig
Bist Du bald fertig? Mir ist langweilig

Viel besser an der Frühlingssaison ist jedoch der leckere Wurstgeruch.

Guck' mal!!! Wurst ...
Guck‘ mal!!! Wurst …

Wie, das habt ihr zu dieser Jahreszeit noch nie gerochen?

Tssee!

Ich erkläre es den Zweibeinern jedes Mal: Sie sollen ihre Nasen trainieren. Sie werden zwar niemals annähernd an unsere Fähigkeiten heranlangen, aber dieses fast schon penetrante Aroma, ist auch für ungeübte Nasen nicht zu überriechen.

Sobald die Sonne den Pelz ein wenig erwärmt, treffen sich Scharen, meist männlicher Zweibeiner, häufig in Begleitung ihrer zweibeinigen Welpen (die viel länger bei ihren Eltern bleiben als wir Vierbeiner) und diesem lustigen Flaschengetränk, was so prickelt … nee, nicht im Bauchnabel, in der Nase!

Die stehen um so ein heißes Teil herum, auf dem die Wurst drauf liegt. Hmmm, das ist einfach ein Geruch, dem kann ich nicht widerstehen. Er zieht mich magisch an. Die Zweibeiner sind meist sehr freundlich, lachen viel und es fällt fast immer ein Happen ab.

Bis Frauchen dem lustigen Treiben ein Ende bereitet.

Spielverderberin!

Ich liebe diesen würzigen Frühlingsduft!
Hihi, außerdem bin ich nach wie vor schneller als Frauchen …

 

Aufpassen

Nachdem ich Frauchen gestern ein wenig aufs Glatteis geführt habe, musste ich heute eine ziemlich harte Aufgabe übernehmen. Was bin ich auch so blöd und lass mich erwischen.

Morgens sind wir noch kurz über den Markt gestiefelt, die Postbotin hatte Osterleckerlies dabei, der restliche Besucht fiel eher mager aus.

Danach war Gartenarbeit angesagt. Gartenarbeit bedeutet, Frauchen wühlt sich wie ein Erdferkel durch den Boden und ich muss aufpassen, dass sie das auch ordentlich erledigt.
Aufpassen heißt nicht nur dumm in der Sonne herumliegen.
Nein!
Ich liege dabei auf dem oberen Treppenabsatz und überblicke mein gesamtes Territorium. Beobachte genau, wo Frauchen Löcher buddelt. Dann prüfe ich, ob sie diese ordentlich ausgearbeitet hat. Soll heißen, ich begebe mich zu dem jeweiligen Loch und prüfe Tiefe als auch Konsistenz. Schnauzentiefe reicht für das bunte Zeugs völlig aus. Zu Sicherheit schnüffle ich immer kurz das Erdreich ab. Nicht dass dort etwas herauskommt und Frauchen in die Hand beißt. Geht gar nicht.
Manchmal muss ich mit der Pfote ein wenig nacharbeiten. Sie hat sich in den letzten Jahren aber erheblich verbessert. Bei den tieferen Löchern ist es schwieriger. Dort muss ich auch recht fix sein. Sonst kommt dieser freche schwarze Vogel, Amsel genannt, hüpft in das Loch hinein und zieht sich, ohne mich zu fragen, die Würmer raus.

Un-ver-schämt-heit!

Erstens ist das mein Garten, damit auch, zweitens, meine Würmer! Soll sie doch ihre eigenen Löcher buddeln.

Wie gesagt, hier ist immer etwas zu tun, und gestern haben wir beide ziemlich Gas gegeben.

Superschlingel

Keine Ahnung, was das heißen soll, muss aber was Tolles sein. Also bin ich toll. Warum? Na, weil alles, was mit Super… anfängt, begeisterungswürdig ist.

Wie zum Beispiel Superman, Superwoman, Supertoll, Superspitzenklasse, Supergenial … folglich muss Superschlingel etwas ganz Fantastisches sein.

Frauchen und ich waren heute draußen. Beim Ruderclub. Eigentlich nicht schlecht. Das Weib hat jedoch nicht zum Himmel geguckt. Manchmal ist sie wirklich etwas verpeilt. Es war kalt, hat geregnet – regnet immer noch – und – noch wichtiger – ich hatte einfach keine Lust. Also bin ich gaaaannnnzzzz langsam gelaufen. Habe mich immer wieder umgedreht, um Frauchen zu zeigen, dass sie nicht fröhlich durch dieses Bäh-Wetter marschieren muss. Hat sie ganz schnell verstanden. Erst musste sie natürlich mal wieder meine Pfoten inspizieren. Habe dabei superleidend geguckt. Natürlich glaubt sie mir, warum auch nicht? Habe diesen Blick ausreichend lange geübt, dass er selbst bei Frauchen wirkt.

Also sind wir wieder zurück gefahren. Sie hat mich brav aus der Blechkiste gelupft, dann sind wir einträchtig ins Haus gewackelt.

Danach – ich muss es zugeben – habe ich mich ein wenig dumm verhalten. In Erwartung meines Nachmittagssnacks bin ich um sie herumgesprungen, wie eine Hupfdohle. Hmm, weiß nicht, ob sie es gemerkt hat. Jedenfalls hat sie mich ‚Superschlingel‘ gerufen. Oder ist das vielleicht doch nicht so toll?

Warum gibt es eigentlich keinen Superdog?

 

Spooky

Frauchen hat was vor. Das rieche ich. Sie tut zwar, als ob kein Wässerchen trüben könnte, aber … irgendwas ist eigenartig. Okay, sie steigt, wie gehabt, in die Blechkiste. Da komme ich natürlich mit. Wir halten. War nun wirklich keine lange Fahrt.
Och manno! Wir sind, wo wir immer sind, an unserer Standardstrecke. Neckar unten. Da hat sie mich aber ordentlich verladen.
Na gut. Laufen wir halt. Unten auf dem Pfad, wie meistens. Aber weil’s wirklich nicht spannend ist, brauche ich kein Gas zu geben. Ein bisschen schnuffeln, die Enten scheuchen … huch, ein Ruderboot, yippihh, gleich hinterher! Ooops, wir sind am Ende unserer Strecke, hinter der großen Wiese unter der Brücke. Oder soll ich einfach die Treppe rauf laufen? Warum nicht. Frauchen stiefelt hinter mir her.

Oben warten, ob einer dieser unverschämten Drahtesel angeschossen kommt. Und weiter.
Heh? Warum sollen wir über die Straße laufen? Zum Ruderclub geht’s da lang …Frauchen! Falsche Richtung!
Natürlich hört sie nicht auf den Schotten. Warum auch? Bin vermutlich zu klein.

Wo biegt sie denn jetzt ab?
Hmmmh, hier riecht’s aber mal gut. Ganz schön steil. War ich hier schon mal? Klettern, jaja, das macht Spaß … gute Idee. Frauchen pustet ganz schön.
Ist das spannend, auf der einen Seite geht’s ordentlich nach unten und auf der anderen ziemlich nach oben. Wir sind mitten drin. Dann biegen wir bei ein paar lustigen Vögeln ab. Die Hupen wie unsere Blechkiste*.

Was lauert denn hinter dieser Ecke? Unheimlich, fast düster.
„Frauchen, lass mich mal vorlaufen, hier ist es schon etwas spooky.“ Da ist sie einfach zu naiv. Außerdem taugt ihre Nase bei Gefahr gar nichts … einfach nur kläglich!

Wo geht's denn da lang?
Wo geht’s denn da lang?
Gibt's hier Fledermäuse?
Gibt’s hier Fledermäuse?

Oder andere wilde Tiere?

Komischer Weg ...
Komischer Weg …

Warum ist der Bach leer?

Ganz schön schmal.
Wo kommen wir denn wieder raus?
Jetzt geht’s runter, das bringt Spaß! Komm‘ schneller, Du Schnecke! Moment mal, den Geruch kenne ich doch! Mann, hat Frauchen mich heute verladen: Wir sind am Fluss, kurz vorm Ruderclub.

*Anmerkung von Frauchen: Pfauen geben unglaubliche Geräusche von sich …