Aufpassen

Nachdem ich Frauchen gestern ein wenig aufs Glatteis geführt habe, musste ich heute eine ziemlich harte Aufgabe übernehmen. Was bin ich auch so blöd und lass mich erwischen.

Morgens sind wir noch kurz über den Markt gestiefelt, die Postbotin hatte Osterleckerlies dabei, der restliche Besucht fiel eher mager aus.

Danach war Gartenarbeit angesagt. Gartenarbeit bedeutet, Frauchen wühlt sich wie ein Erdferkel durch den Boden und ich muss aufpassen, dass sie das auch ordentlich erledigt.
Aufpassen heißt nicht nur dumm in der Sonne herumliegen.
Nein!
Ich liege dabei auf dem oberen Treppenabsatz und überblicke mein gesamtes Territorium. Beobachte genau, wo Frauchen Löcher buddelt. Dann prüfe ich, ob sie diese ordentlich ausgearbeitet hat. Soll heißen, ich begebe mich zu dem jeweiligen Loch und prüfe Tiefe als auch Konsistenz. Schnauzentiefe reicht für das bunte Zeugs völlig aus. Zu Sicherheit schnüffle ich immer kurz das Erdreich ab. Nicht dass dort etwas herauskommt und Frauchen in die Hand beißt. Geht gar nicht.
Manchmal muss ich mit der Pfote ein wenig nacharbeiten. Sie hat sich in den letzten Jahren aber erheblich verbessert. Bei den tieferen Löchern ist es schwieriger. Dort muss ich auch recht fix sein. Sonst kommt dieser freche schwarze Vogel, Amsel genannt, hüpft in das Loch hinein und zieht sich, ohne mich zu fragen, die Würmer raus.

Un-ver-schämt-heit!

Erstens ist das mein Garten, damit auch, zweitens, meine Würmer! Soll sie doch ihre eigenen Löcher buddeln.

Wie gesagt, hier ist immer etwas zu tun, und gestern haben wir beide ziemlich Gas gegeben.

Superschlingel

Keine Ahnung, was das heißen soll, muss aber was Tolles sein. Also bin ich toll. Warum? Na, weil alles, was mit Super… anfängt, begeisterungswürdig ist.

Wie zum Beispiel Superman, Superwoman, Supertoll, Superspitzenklasse, Supergenial … folglich muss Superschlingel etwas ganz Fantastisches sein.

Frauchen und ich waren heute draußen. Beim Ruderclub. Eigentlich nicht schlecht. Das Weib hat jedoch nicht zum Himmel geguckt. Manchmal ist sie wirklich etwas verpeilt. Es war kalt, hat geregnet – regnet immer noch – und – noch wichtiger – ich hatte einfach keine Lust. Also bin ich gaaaannnnzzzz langsam gelaufen. Habe mich immer wieder umgedreht, um Frauchen zu zeigen, dass sie nicht fröhlich durch dieses Bäh-Wetter marschieren muss. Hat sie ganz schnell verstanden. Erst musste sie natürlich mal wieder meine Pfoten inspizieren. Habe dabei superleidend geguckt. Natürlich glaubt sie mir, warum auch nicht? Habe diesen Blick ausreichend lange geübt, dass er selbst bei Frauchen wirkt.

Also sind wir wieder zurück gefahren. Sie hat mich brav aus der Blechkiste gelupft, dann sind wir einträchtig ins Haus gewackelt.

Danach – ich muss es zugeben – habe ich mich ein wenig dumm verhalten. In Erwartung meines Nachmittagssnacks bin ich um sie herumgesprungen, wie eine Hupfdohle. Hmm, weiß nicht, ob sie es gemerkt hat. Jedenfalls hat sie mich ‚Superschlingel‘ gerufen. Oder ist das vielleicht doch nicht so toll?

Warum gibt es eigentlich keinen Superdog?

 

Spooky

Frauchen hat was vor. Das rieche ich. Sie tut zwar, als ob kein Wässerchen trüben könnte, aber … irgendwas ist eigenartig. Okay, sie steigt, wie gehabt, in die Blechkiste. Da komme ich natürlich mit. Wir halten. War nun wirklich keine lange Fahrt.
Och manno! Wir sind, wo wir immer sind, an unserer Standardstrecke. Neckar unten. Da hat sie mich aber ordentlich verladen.
Na gut. Laufen wir halt. Unten auf dem Pfad, wie meistens. Aber weil’s wirklich nicht spannend ist, brauche ich kein Gas zu geben. Ein bisschen schnuffeln, die Enten scheuchen … huch, ein Ruderboot, yippihh, gleich hinterher! Ooops, wir sind am Ende unserer Strecke, hinter der großen Wiese unter der Brücke. Oder soll ich einfach die Treppe rauf laufen? Warum nicht. Frauchen stiefelt hinter mir her.

Oben warten, ob einer dieser unverschämten Drahtesel angeschossen kommt. Und weiter.
Heh? Warum sollen wir über die Straße laufen? Zum Ruderclub geht’s da lang …Frauchen! Falsche Richtung!
Natürlich hört sie nicht auf den Schotten. Warum auch? Bin vermutlich zu klein.

Wo biegt sie denn jetzt ab?
Hmmmh, hier riecht’s aber mal gut. Ganz schön steil. War ich hier schon mal? Klettern, jaja, das macht Spaß … gute Idee. Frauchen pustet ganz schön.
Ist das spannend, auf der einen Seite geht’s ordentlich nach unten und auf der anderen ziemlich nach oben. Wir sind mitten drin. Dann biegen wir bei ein paar lustigen Vögeln ab. Die Hupen wie unsere Blechkiste*.

Was lauert denn hinter dieser Ecke? Unheimlich, fast düster.
„Frauchen, lass mich mal vorlaufen, hier ist es schon etwas spooky.“ Da ist sie einfach zu naiv. Außerdem taugt ihre Nase bei Gefahr gar nichts … einfach nur kläglich!

Wo geht's denn da lang?
Wo geht’s denn da lang?
Gibt's hier Fledermäuse?
Gibt’s hier Fledermäuse?

Oder andere wilde Tiere?

Komischer Weg ...
Komischer Weg …

Warum ist der Bach leer?

Ganz schön schmal.
Wo kommen wir denn wieder raus?
Jetzt geht’s runter, das bringt Spaß! Komm‘ schneller, Du Schnecke! Moment mal, den Geruch kenne ich doch! Mann, hat Frauchen mich heute verladen: Wir sind am Fluss, kurz vorm Ruderclub.

*Anmerkung von Frauchen: Pfauen geben unglaubliche Geräusche von sich …

Sonntagmittag am Neckar

Weit, weit weg
Weit, weit weg

Oh Mann! Frauchen bastelt wieder an meinem Fuß rum. Nur weil ich gestern nicht gut drauf war. Hey? Ich hör‘ doch was. Yippiihh, da kommt Tante Karin! Wir gehen zusammen laufen, alle drei!

Huch? Warum steigen die Mädels in die rollende Blechkiste ein? Also gut, alleine zum Neckar laufen ist langweilig, fahre ich halt mit. Hm, geht in ne andere Richtung als sonst. Ein kleines Schläfchen bis wir ankommen schadet bestimmt nicht.

Wo sind wir denn jetzt schon wieder? Ne große Wiese und dahinter … Jajaja, das kenn ich! Ist auch der Neckar, bestimmt. Riecht anders hier. Muss erst mal los, die Gegend sichern. Karin hat Angst allein, also kommt sie gleich mit. Frauchen eiert wieder hinter uns her. Wie immer.

Wilde Hyazinthe
Wilde Hyazinthe

Mmmhh! Hier sind andere Blumen und sonstiges eigenartiges Gestrüpp  ….Tsccchhhhiiiiii!

Urwaldmoos
Urwaldmoos

Naja, wenn man sich erst einmal an die neuen Gerüche gewöhnt hat, ist es fast wie dort, wo wir sonst immer laufen. Nur fast. Hier sind wir näher am Wasser dran. Die Schnauze kurz ins Nass tunken geht viel schneller. Außerdem muss ich nicht an der Leine laufen. Blöde Erfindung!

Frauchen, komm schon, der Gummistiefel rutscht. Mach doch mal ab, brauche ich überhaupt nicht mehr. Guck! Geht super ohne!

Emiglia im wilden Wasser
Emiglia im wilden Wasser

Was ist denn das für ein Geräusch?

Wasserrauschen?

Wildes Wasser?

Nun kommt schon, ihr lahmen Enten! Ist das toll hier.

Pass auf!
Geht Tante Karin doch fast schwimmen. Noch nen bisschen kalt für die Felllosen.
Glaubt mir doch einfach: Zwei Beine sind genau zwei zu wenig. Aber mit nem Schotten an der Seite kann einem nichts passieren, Gar nichts!

Mmmmhhhh! Wie das hier riecht, ganz wild, wie das Wasser. Die gesamte Gegend ist ein Abenteuer.
Ich muss weiter!
Kommt endlich, Mädels!

Bachlauf bei Poppenweiler
Bachlauf bei Poppenweiler