Polizei

Kaum zeigt sich die Sonne oder tut so, als ob sie vor hätte hinter den Wolken hervorzukriechen, kommen alle möglichen Leute nach draußen und tummeln sich auf unserer Laufstrecke. Eigentlich fast egal wo wir laufen.
Zurzeit fährt Frauchen immer zum Ruderclub. Da mein Huf immer noch nicht richtig gut ist, laufe ich am liebsten auf glattem Grund. Noch lieber nah am Wasser. Das Höchste ist natürlich, wenn sich ein Ruderboot zeigt.
Oder zwei.
Oder noch mehr.
Heute war diesbezüglich ein sehr erfolgreicher Tag. Mein Gummischuh saß halbwegs und ich konnte ziemlich zügig laufen. Die Verfolgung der Ruderer klappte hervorragend.
An unserer Strecke, unter der Brücke hindurch, gehen immer wieder kleine Treppen direkt ans Wasser herunter. Sehr praktisch um kurz den Durst zu stillen oder aber den Ruderbooten Bescheid zu geben.

Huiii, eine super Strecke.

Irgendwann fiel mein Gummischuh ab. Frauchen muss sich wirklich mal etwas Neues überlegen.
Da standen sie auf einmal vor uns. Nicht direkt, schon noch ein bisschen entfernt. Zwei große Kollegen, die waren richtig hart drauf. Poohhhh, haben die aufgepasst! Da kann sich unsereins echt ’ne Scheibe von abschneiden. Aber Herrchen und Frauchen der beiden, die waren genauso drauf. Beide in so ’ner schicken blauen Farbe mit ’nem weißen Schriftzug.

Warum mein Frauchen mich daraufhin an die Leine genommen hat, erschließt sich mir nicht ganz. Vielleicht weil die anderen beiden auch an der Leine waren?
Das andere Frauchen hat sich dann mit meinem unterhalten. Sehr freundlich, aber auch ziemlich bestimmt. Kann mich nicht erinnern etwas falsch gemacht zu haben. War ordentlich bei Fuß, Frauchen hat den Haufen mitgenommen. Hmmm?

Ich musste danach an der Leine bleiben. Ziemlich hinderlich, wenn ich ein Ruderboot verfolgen will. Frauchen ist aber auch was langsam!!!
Möchte mal wissen, was die beiden blauen Zweibeiner mit den beiden hammerharten Vierbeinern von Frauchen wollten.

Kommentar von Frauchen:
Sie haben mich darüber aufgeklärt, dass Hunde auch am Max-Eyht-See an der Leine zu führen sind. Wird man ohne erwischt, kostet dies die Kleinigkeit von 75 €.

Sofakraulen

Frauchen schätzt es sehr, wenn ich auf dem Sofa zu ihr rüber robbe, um mich an sie dran zu schnuckeln. Ich ziehe es vor, beim Ruhen meinen Rücken an einen Gegenstand – besser – an Frauchen dicht anzupressen.
Auf dem Sofa ist dieses Vorgehen jedoch Oberklasse.
Frauchen fängt dabei an, mich zu kraulen. Erst auf meiner Schnauze. Dazu strecke ich ihr meinen Kopf entgegen und sie beginnt mich unter dem Kopf zu kratzen und zu streicheln. Man muss, um dem vollkommenen Genuss nahe zu kommen, ganz vorn unter der Schnauze beginnen, mit abgeknickten Fingern. Fingernägel sind dabei von Vorteil. Danach in kurzen festen Kratzbewegungen, die Gurgel bis zur Brust hinunter und wieder hinauf. Dies muss mindestens drei Mal wiederholt werden. Mindestens, besser ist eine höhere Anzahl von Wiederholungen. Dabei beginne ich mich langsam zu entspannen und mich seitlich hinzulegen.
Die Ohren sind das nächste Ziel. Hier ist höchste Konzentration angesagt, denn der Druckpunkt muss genau stimmen. Daumen und Zeigefinger erzielen an dieser Stelle die beste Wirkung. Richtig eingesetzt, entfleucht mit ein kehliges, wohliges Knurren, welches von ganz tief unten aus meinem Bauch heraus kommt. Ich kann es nicht beeinflussen, das kommt einfach. Ohhhh, wenn ich da schon dran denke.

Weiter!

Gleich darauf folgt der Bauch. Hier versprechen kleine, im Uhrzeigersinn kreisende Bewegungen den größten Erfolg. Es ist natürlich nicht mit einem Mal ‚Husch, Husch‘ über den Ranzen getan. Sämtliche Finger haben dabei, mit den Fingerkuppen nicht zu leicht und nicht zu fest, über den Bauch zu steichen. Aufmerksam beobachtet Frauchen ganz genau meine Bewegungen und achtet auf meine Zeichen, damit sie erfährt, wo genau die nächste kreisende Bewegung anzusetzen ist.

Darüber vergesse ich sogar mein Fressen. Fast!

Aber dieses Weib kann kann ja nicht ernst bleiben!! Während ich dort in vollkommener, buddhamäßiger Tiefenentspannung liege und meine Seele sich auf eine meditative Reise begibt, reitet die doch, ehrlich gesagt, der Teufel.
Dann krabbelt sie mit ihren Fingern in Richtung Rücken und fängt an, mich dort zu kneifen.

So ein Luder!

Die weiß genau, dass ich dann anfange, vor Wonne zu quieken. Ich muss meine Zähne auspacken und beginne mich zu winden, um den Übeltäter zu zwicken. Wohlgemerkt, nicht mein Frauchen, sondern die Hand, die mich in so unverschämter Weise aus meinen Träumen herausgeholt hat.
Huhu, das ist ein Kampf!
Frauchen quiekt genauso wie ich.

Hihi. Sehr lustig!

 

Wo ist denn nun der Frühling?

Frauchen findet Blüten (siehe „1. Frühlingsbote„) und ich nur Matsch. Musste heute sogar meinen Gummistiefel abschütteln. Ging prima ohne. Wurde auch langsam Zeit. Aber meine Tante Karin und Frauchen, die sind immer soooo vorsichtig.
Phh, einmal ordentlich durch den Schlamm, da bliebt der schönste Gummischuh stecken (naja, schön sind die selbstgeklöppelten Dinger nun wirklich nicht!)

Gummistiefel-Selbstbaumodell
Gummistiefel-Selbstbaumodell

Wir haben heute eine neue Strecke ausprobiert. Vor lauter Quatschen konnten sich meine Mädels nicht auf den Weg konzentrieren – klar, auf den Schotten hören die natürlich mal wieder nicht. Das Ufer, an dem wir gelaufen sind, ist für nen Rottweiler gebaut. Für meine flinken – aber trotzdem der Körpergröße angepassten – Pfoten ist es einfach nicht geeignet. Immerhin hat das weibliche Geschlecht den anderen ne ganze Menge voraus – die Zweibeiner sind dieses Mal mit eingeschlossen.
Vielen lieben Dank Tante Karin.

Teamwork Tante Karin & ich
Teamwork Tante Karin & ich